Ratgeber Pflege

Grundlagen

Auf Pflege angewiesen sein können ältere und/oder kranke Menschen. Die Pflege wird in die Bereiche

aufgeteilt.

Seit 1994 ist die Pflege als Baustein im Sozialversicherungssystem verankert. Durch die Pflegeversicherung sollen die Kosten eine Pflegebdürftigkeit teilweise abgesichert werden. Durch die zunehmende Mobilität der Gesellschaft wird die familiäre Pflege immer weniger möglich. Da die Menschen in Deutschland immer länger leben ist Pflege häufiger nötig, um ein würdevolles Altwerden zu ermöglichen, falls man auf fremde Hilfe und Pflege angewiesen ist.

Übersicht Pflegestufen
Pflegestufe                                Hilfebedarf
0 (eingeschränkte Alltagskompetenz) wenn die Voraussetzungen für Pflegestufe I nicht erfüllt sind, aber eingeschränkte Alltagskompetenz bescheinigt wurde.
I (erheblich Pflegebedürftige) mindestens 1x am Tag bei wenigstens 2 Verrichtungen (z.B. Waschen, Ankleiden), mindestens 90 Minuten je Tag (davon mehr als 45 Minuten Grundpflege)
II (Schwerpflegebedürftige) mindestens 3x am Tag (z.B. beim Aufstehen, Ernährung, Zu-Bett-Gehen), mindestens 180 Minuten je Tag (davon mehr als 45 Minuten Grundpflege)
III (Schwerstpflegebedürftige) rund um die Uhr, mindestens 300 Minuten je Tag (davon mehr als 240 Minuten Grundpflege)

 

Der Gesetzgeber sieht folgende Leistungen aus der Pflegekasse vor:

Pflegesachleistungen zur Grundpflege (z.B. Körperpflege, Ernährung, Mobilität)und hauswirtschaftliche Versorgung (z.B. Waschen der Kleidung, Wohnungsreinigung) durch qualifizierte Pflegekräfte.

   ab 1.1.2010 ab 1.1.2013 ab 1.1.2015
Pflegestufe 0 (mit Demenz)   225 € 231 €
Pflegestufe I  440 € 450 € 468 €
Pflegestufe I (mit Demenz)   665 € 689 €
Pflegestufe II  1040 € 1100 € 1144 €
Pflegestufe II (mit Demenz)   1250 € 1298 €
Pflegestufe III  1510 € 1550 € 1612 €
Härtefälle Pflegestufe III 1918 € 1918 € 1995 €

 

Pflegegeld, wenn die häusliche Pflege von ehrenamtlichen Kräften, z.B. Familienangehörigen geleistet wird.

     ab 1.1.2010 ab 1.1.2013  ab 1.1.2015
Pflegestufe 0 (mit Demenz)   120 € 123 €
Pflegestufe I  225 € 235 € 244 €
Pflegestufe I (mit Demenz)   305 € 316 €
Pflegestufe II  430 € 440 € 458 €
Pflegestufe II (mit Demenz)   525 € 545 €
Pflegestufe III  685 € 700 €  728 €

 

teilstationäre Leistungen der Tages- und Nachtpflege.

 

  2014 ab 1.1.2015
Pflegestufe 0 (mit Demenz) 0 231 €
Pflegestufe I 450 € 468 €
Pflegestufe I (mit Demenz) 450 € 689 €
Pflegestufe II 1100 € 1144 €
Pflegestufe II (mit Demenz) 1100 € 1298 €
Pflegestufe III  1550 € 1612 €

vollstationäre Pflege im Pflegeheim.

   ab 1.1.2010 ab 1.1.2012  ab 1.1.2015
 Pflegestufe I  1023 €  1023 € 1064 €
 Pflegestufe II  1279 €  1279 € 1330 €
 Pflegestufe III  1510 €  1550 € 1612 €
 Härtefälle Pflegestufe III  1825 €  1918 € 1995 €

  

Kombinationsleistungen, wenn die Leistungen nicht voll in Anspruch genommen und dadurch die Höchstbeträge für die häusliche Pflege durch den Pflegedienst nicht voll ausgeschöpft werden, kann zusätzlich ein anteiliges Pflegegeld gezahlt werden.

Pflegekurse, für ehrenamtlich tätige Pflegepersonen werden die Kosten für Kurse übernommen. In den Kursen werden Fertigkeiten für die eigenständige Durchführung der Pflege vermittelt.

Verhinderungspflege Ersatzpflegekraft, wenn die ehrenamtliche Pflegekraft vorübergehend durch Urlaub oder Krankheit ausfällt, können Kosten für eine Ersatzkraft übernommen werden.

teilstationäre Pflege, kann die häusliche Pflege tagsüber oder nachts nicht ausreichend sichergestellt werden, gibt es neben dem Pflegesatz der jeweiligen Pflegestufe einen weiteren Anspruch:
Muss eine teilstationäre Pflege (Tages- oder Nachtpflege) in einer entsprechenden Einrichtung in Anspruch genommen werden, so zahlt die Pflegeversicherung zusätzlich Kosten in Höhe von 50 % des Pflegesatzes der festgestellten Pflegestufe.

Kurzzeitpflege, kann die häusliche Pflege nicht sichergestellt werden und reicht auch die teilstationäre Pflege nicht aus, so können die Kosten für eine vorübergehende vollstationäre Unterbringung in zugelassenen Kurzzeitpflegeheimen übernommen werden.

Pflegehilfsmittel, Für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel (z. B. Einmalhandschuhe, Krankenunterlagen) können monatlich bis zu 31,00 € gezahlt werden.
Zu technischen Hilfsmitteln (z. B. Pflegebetten) ist ein Eigenanteil zu zahlen.

Zuschüsse zu Umbaumaßnahmen, Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes werden von den Pflegekassen unterstützt. Dazu gehört z.B. die rollstuhlgerechte Verbreiterung der Türen.

Zusätzliche Betreuungsleistungen, für altersverwirrte, geistig behinderte oder psychisch kranke Pflegebedürftige mit erheblichem allgemeinem Betreuungsbedarf werden zusätzliche Leistungen bis zu 1.200,00 € bzw. 2.400,00 € übernommen, und zwar unabhängig von einer festgestellten Pflegestufe.

  

Das Risiko zum Pflegefall zu werden, ist hoch. 

 

Wer muss bei Pflegebedürftigkeit zahlen?

Pflege ist nicht günstig - egal ob häusliche Pflege, mit Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes oder stationär in einem Pflegeheim.

Die Betreuung nach einem schweren Schlaganfall in Pflegestufe III von einem ambulanten Pflegedienst kostet häufig mehr als 3000€ monatlich. Nach Abzug der Pflegeleistung verbleibt dabei noch ca. die Hälfte der Kosten beim Pflegebedürftigen.  

Die Kosten eines Pflegeheimplatzes in Pflegestufe III kosten durchschnittlich 3400 € monatlich. Die Restkosten für den Pflegebedürftigen sind auch nach Abzug der Pflegeleistungen enorm. 

Die gesetzlichen Leistungen reichen nicht aus und der teilweise hohe Eigenanteil kann durch den Pflegebedürftigen oftmals nicht alleine bezahlt werden. Wer zahlt dann?

 

Um zu verhindern, dass je nach Einkommenssituation von Pflegebedürftigen auf deren Vermögen bzw. das  der Angehörigen zugegriffen werden muss, ist ergänzende Pflegkostenabsicherung empfehlenswert. Das kann geschehen durch