Grundfähigkeitsversicherung

Was wäre, wenn Sie nicht mehr sehen, sprechen, hören oder Ihre Hände gebrauchen können? Der Verlust dieser grundlegenden Fähigkeiten kann verschiedene Ursachen wie Krankheit, Unfall oder Kräfteverfall haben.

Womöglich können Sie ihren Beruf nicht mehr ausüben und verlieren Ihr Arbeitseinkommen. Oder Sie benötigen Geld für medizinische Pflege, eine Haushaltkraft oder Umbauten.

Grundfähigkeitsversicherung

Die Grundfähigkeitsversicherung ist eine klare und - insbesondere bei körperlich Tätigen - vergleichsweise preiswerte Möglichkeit der Risikoabsicherung.

Grundunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person mindestens 12 Monate ununterbrochen nicht in der Lage ist oder sein wird, mindestens eine der im Grundfähigkeitenkatalog A oder drei der im Grundfähigkeitenkatalog B beschriebenen Aktivitäten durchzuführen.

(Der Wortlaut zur Feststellung der Erwerbsunfähigkeit kann von den Gesellschaften unterschiedlich formuliert werden.)

Versichert ist Zahlung einer monatlichen Rente im Leistungsfall unabhängig von einer beruflichen Tätigkeit. Die Feststellung einer Grundunfähigkeit ist einfach feststellbar und weniger durch subjektive und individuelle Einschätzungen geprägt wie die Berufsunfähigkeitsversicherung. Ob Sie Ihren oder einen anderen Beruf weiterhin ausüben können oder ausüben spielt keine Rolle.

 Grundfähigkeitenkatalog A

Sehen Die versicherte Person kann auf beiden Augen nicht sehen. Das heißt, die Restsehfähigkeit je Auge darf nicht mehr als 1/25 der normalen Sehfähigkeit betragen
Sprechen Die versicherte Person kann nicht sprechen. Das heißt, sie ist nicht fähig, irgendein verständliches Wort auszusprechen.
Sich orientieren Die versicherte Person ist nicht fähig, sich zeitlich, örtlich und zur eigenen Person zu orientieren.
Hände gebrauchen Die versicherte Person ist weder mit der linken noch mit der rechten Hand fähig, einen Schreibstift zu benutzen und eine Tastatur zu bedienen.

 

Grundfähigkeitenkatalog B

Hören Die versicherte Person kann nicht hören. Das heißt, sie ist nicht fähig, irgendein Geräusch wahrzunehmen.
Gehen Die versicherte Person kann keine Entfernung von 200 m über einen ebenen Boden gehend zurücklegen, ohne anzuhalten, um sich abstützen oder setzen zu müssen.
Treppen steigen Die versicherte Person kann nicht eine Treppe mit 12 Stufen hinauf- oder hinabgehen, ohne eine Pause von mindestens 1 Minute zu machen oder sich an dem Treppengeländer festzuhalten.
Knien oder Bücken Die versicherte Person ist nicht fähig, sich niederzuknien oder soweit zu bücken, um einen leichten Gegenstand vom Boden aufzuheben und sich dann wieder aufzurichten.
Sitzen Die versicherte Person ist nicht fähig, 20 Minuten lang auf einem Stuhl ohne Armlehnen zu sitzen.
Stehen Die versicherte Person ist nicht fähig, 10 Minuten lang zu stehen, ohne sich abzustützen.
Greifen Die versicherte Person ist weder mit der rechten noch mit der linken Hand fähig, eine Flasche mit Schraubverschluss zu öffnen.
Arme bewegen Die versicherte Person kann nicht ohne Hilfestellung eine Jacke anziehen. Auf die Fähigkeit, eine Jacke öffnen oder schließen zu können, kommt es nicht an.
Heben und Tragen Die versicherte Person ist weder mit dem rechten noch mit dem linken Arm fähig, einen Gegenstand von 2 kg von einem Tisch zu heben und 5 m weit zu tragen.
Auto fahren Die versicherte Person ist volljährig und aus medizinischen Gründen ist die Erteilung der Fahrerlaubnis für PKW nicht möglich; sofern ein Führerschein auf Sie ausgestellt war, muss dieser nachweislich aus medizinischen Gründen zurückgegeben oder Ihnen entzogen worden sein.

 

Praxistipp:

Die Grundfähigkeitsversicherung stellt insbesondere für Berufsgruppen mit sehr hohem   Berufsunfähigkeitsrisiko eine bezahlbare Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung dar.