Grundlagen Altersvorsorge

Altersvorsorge beeinhaltet alle Maßnahmen, damit man nach dem Erwerbsleben seinen Lebensunterhalt weiterhin bestreiten kann, im Idealfall ohne Einschränkung des Lebensstandards.

Altersvorsorge oblag traditionell dem Familienverband und wurde Jahrhunderte lang durch „Sachleistungen“ in Form von Versorgung erfüllt Die jeweils aktive und leistungsfähige Generation hatte sowohl die nachwachsende als auch die alternde Generation im Verbund einer Großfamilie zu versorgen. In einer derartigen gesellschaftlichen Situation war eine ausreichende Kinderzahl (oder für eine kleine Minderheit der Bevölkerung ein ausreichendes eigenes Vermögen) die Voraussetzung für eine Versorgung im Alter.

Mit der aufkommenden Industrialisierung und der damit zunehmenden geographischen Mobilität einerseits und gleichzeitiger Verarmung weiter Bevölkerungsschichten andererseits konnte diese Aufgabe innerhalb der Familien immer häufiger nicht in akzeptabler Weise gelöst werden. Als Reaktion darauf wurde im ausgehenden 19. Jahrhundert im Rahmen der Bismarck'schen Sozialgesetzgebung eine gesetzliche Altersrente eingeführt. Die gesetzliche Rente war dabei zunächst als kapitalgedeckte Rente angelegt, im 20. Jahrhundert ging der aufgebaute Kapitalstock jedoch durch zwei Weltkriege, Inflation und Wirtschaftskrise verloren, so dass die gesetzliche Altersrente in den 50er Jahren auf das Umlageverfahren umgestellt wurde. Im Ergebnis hat die Entwicklung der letzten 150 Jahre dazu geführt, dass sich die Verantwortung für die Altersvorsorge vom Familienverband und dem Individuum zu größeren Gruppen (Staat, Kollektiv der Versichertengemeinschaft) verlagert hat. Die neueren Veränderungen im Altersaufbau der Gesellschaft und andere Einflussfaktoren führen dazu, dass sich diese Tendenz derzeit ändert und die individuelle Verantwortlichkeit für die eigene Altersvorsorge wieder stärker betont wird.   (Auszug aus Wikipedia)
 

Der Gesetzgeber unterteilt die Altersvorsorge in drei Schichten, die unterschiedlich gefördert und besteuert werden.

 

 

Grundlage der verschiedenen Vorsorgesysteme sind entweder das Umlageverfahren oder das Kapitaldeckungsverfahren.

 

  Umlageverfahren offenes Deckungsplanverfahren Kapitaldeckungsverfahren
Anwendung gesetzliche Rentenversicherung berufsständige Versorgungswerke private Renten- und Lebensversicherung
Finanzierung Einnahmen werden unmittelbar für die Leistungen ausgegeben. Es werden (fast) keine Rücklagen gebildet Umlageverfahren mit Rücklagenbildung. Einnahmen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzten am Kapitalmarkt angelegt. Einnahmen werden am Kapitalmarkt für die Finanzierung einer konkreten Leistung angelegt.
Äquivalenz Es besteht kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Beiträgen und Leistungen Es besteht keine zwingende Äquivalenz  zwischen Beiträgen und Leistungen Es besteht eine direkte und zwingende abhängigkeit der Leistung von den Beiträgen und Anlageerfolg
Probleme demografische Verschiebungen gefährden die Finanzierung, Generationenungerechtigkeit Probleme aus demografischer Entwicklung und Kapitalanlageerfolg  schwankende, unkalkulierbare Kapitalmärkte gefährden Planbarkeit und Anlageerfolg